Supersonic-Revolver

 

Im IWM 6/7 und in Caliber 7/2000 standen grössere Berichte über den Silhouetten-Revolver „Supersonic“, dessen Patrone „.300 WP“ das Geschoss bis über 200 m weit mit Überschall fliegen lässt. Die Vorteile der neuen Konstruktion wurden den Silhouetten-Schützen im australischen Brisbane schmerzlich bewusst, als Ivo Picek damit das Maximum schoss. Im Stechen auf 200 Meter liess Picek alle Konkurrenten hinter sich und war nur durch einen offiziellen Protest zu stoppen. Die Waffe war noch zu wenig lange auf dem Markt und galt somit nicht als Serienmodell. Somit wurde der Australier Tim Anderson zum Weltmeister gekürt und Ivo bleibt die Genugtuung, das beste Ergebnis geschossen zu haben. 

Fairerweise hat das Wettkampfgericht nur das Stechenergebnis gestrichen und die 40 Treffer sowie das Mannschaftsergebnis stehen gelassen. Für alle Wettkämpfe danach hat der technische Ausschuss des Weltverbandes IMSSU den Revolver als Serienwaffe (Production) zugelassen. Mit Lieferengpässen ist jedoch zu rechnen, da die Spitzenschützen dieser Disziplin schon in Australien die aktuelle Produktion für sich reservierten.

Michaela Bartosova gewann mit Ivan Chmeliks Freedom Arms in .357 Mag. die internationale Klasse.

 

Die EM 2001 wird in Finnland und die WM 2002 in Frankreich stattfinden.

 

Der Supersonic-Revolver reagiert kritisch auf unterschiedliche Hülsenvolumina. Deshalb benutze ich als Basishülse die 7,5x55 Swiss. Diese wird nur von SM Thun, Norma und neuerdings in Spanien (FNM) hergestellt. Ich verwende ausschliesslich die Thuner Hülse mit Boxer-Zündung (Bodenstempel 7,5x55). Die militärische Version mit Berdan-Zündung hat rund 6 Prozent mehr Nettovolumen. Der Unterschied zwischen den drei Boxer-Ausführungen ist jedoch vom Pulverraum her unwesentlich. Natürlich sollte man im Wettkampf trotzdem die Hülsen nicht mischen. Hier meinen Messungen:

 

Patrone 7,5 x 55 swiss

 

SM (Thun, Schweiz)

 

GP11 (73)

GP11 (83)

Swiss Jagd

Norma

FNM (E)

Gesamtlänge (L6)

77,4

77,4

 

 

73,5

Geschosslänge (mm)

35,0

35,0

 

 

31,6

Hecklänge (mm)

7,0

7,0

 

 

4,0

Crimprille

Ja

Ja

 

 

Nein

Geschossmasse

175 gr.

175 gr.

 

 

170 gr.

Abweichung

0,1 %

0,1 %

 

 

0,9 %

Hülse, Boxerzündung

Nein

Nein

Ja

Ja

Ja

Randdicke (mm)

1,5

1,5

1,5

1,5

1,0

Hülsenmasse (gr.)

190

197,5

192,9

185,7

186,0

Nettovolumen

68,4

68,3

64,3

65,6

64,6

Differenz

+6,2 %

+6,2 %

Referenz

+2 %

+0,5 %

Treibladung

 

 

 

 

33,7 gr. Kugel

 

 

P.S.:    Von der neuen GP90, Geschosse mit abgedecktem Bleikern gemessen: 

Alle waren exakt 64,4 gr. schwer, 22 mm lang und die Crimprille 12,5 mm von der Spitze entfernt.

 

Auffällig – aber nicht überraschend - war die geringe Abweichung bei den Thuner Produkten. Sogar Patronenlose, die 10 Jahre auseinanderlagen, zeigten praktisch keine Differenzen. Bei der spanischen Fertigung differierten die Geschosse um fast ein Prozent. Ob dies typisch ist, konnte ich nicht feststellen, da ich davon zu wenig hatte. 

Als Basishülse für die .300 WP ist dies unwesentlich, aber wie weit die komplette Munition aus einem K-31 streut, wäre mal auszuprobieren. Die Schützenmeinungen gehen von „unwesentlich“ bis „katastrophal“. Leider sind mir keine korrekten Tests bezw. Aussagen von Topschützen darüber bekannt. 

 

Eidgenössisches

In Caliber 9-2000 ist ein Artikel über das alle fünf Jahre stattfindende eidgen. Schützenfest von mir erschienen. Die 300 Bahnen à 300 Meter, alle mit elektronischer Anzeige und Drucker, waren schon beeindruckend. Mit etwas Pech könnte es das letzte nach 125 Jahren gewesen sein. Genaueres steht im 5seitigen Artikel und auch unter www.caliber.de .

 

Wann fällt der Widder?

Im DWJ 9-2000 ist ein sehr guter Artikel von Johannes Fante erschienen. Darin wird erstmals genau untersucht, welchen Impuls ein korrekt stehender Widder benötigt, um gerade noch zu fallen. Die Erkenntnisse wurden nicht durch einfache Berechnungen, sondern mit aufwendigen Versuchen erreicht. Wer Johannes Fante kennt, wundert sich nicht, dass er auch auf praktische Probleme wie geringer Schiefstand, Wind und verschmutzte Schienen einging. Der Artikel ist für jeden Silhouetter ein Muss!

Jetzt fehlt nur noch der Folgeartikel, der zeigt, mit welcher Laborierung aus welcher Production-Waffe der notwendige Impuls erreichbar ist. Bei den Unlimiteds mit rund 50 % mehr Antriebslänge ist es nicht so kritisch.

 

K-Ballistics Software 3.11

Dr. sc. forens und dipl. Mathematiker Beat P. Kneubuehl, vielen als Autor des Buches „Geschosse“ bekannt, hat sein ehemaliges Ballistic-Programm für DOS von seinem Sohn auf Windows erweitern lassen und jetzt neu herausgebracht. Es ist für 170.-sFr. (EC) bei ihm (k-bit, Postf.760, CH-3607 Thun) erhältlich. Die Anleitung gibt es unter mail@kneubuehl.com .

Bald soll auch das Werk von ihm und dem verstorbenen Prof. Sellier „Wundballistik“ in stark erweiterter Form auf den Markt kommen. Ich war schon von der ersten Ausgabe begeistert, da Kneubühl versteht, recht komplexe Vorgänge einfach zu erklären. Vielleicht etwas für Weihnachten?

 

So, jetzt reichts – ich bin müde!

 

22.- 24. September ist voraussichtlich der Bohemia-Cup!

 

Wim organisierte am Sonntag in Leopoldsburg einen Wettkampf über 100, 200 und 300 m mit Productions und Unlimiteds mit und ohne Glas. Magnus Bjarndson, ein Isländer, schoss mit einem .44Mag-Revolver recht gute Ergebnisse – auf 300 m! 

Vorläufig liegt Gerald Heid mit seiner Blaser Kipplauf-Pistole und 8fachem Leupold vor mir mit der Sardec und 4fachem Burris-ZF. Beide in 7 GJW. Dahinter folgen Vincent van Oers mit der Contender in 7 Bellm und dann kommen die Freunde mit den offenen Visierungen.

Der Bohemia-Cup ist verschoben worden, da der Stand in Knezmost noch nicht geöffnet ist. Möglicherweise wird nach Decin verlegt. Hoffentlich geht es noch bei warmem Wetter!

Geplant ist jedenfalls 20.-22. Oktober, exakt eine Woche vor dem Freedom-Arms-Schiessen von Frank Reiche in Traunstein.

07-09-2000 GJW