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MOA „MAXIMUM“ - Pistole mit Fallblock

Hersteller: The M.O.A. Corporation
7966 Brookville-Salem Rd.
Brookville OHIO
USA-45 309

Lieferbar in verschiedenen Kalibern wie: 7 T/C U, 7 BenchRest, 7 GJW etc., sowie auch .22 lr.

Sie galt bis Mitte der 90erJahre als die beste Produktionspistole und ist mit 14“-Läufen sogar in der sonst von Zylinderverschlüssen beherrschten Unlimited-Klasse zu finden.

Prinzipiell ist ein Laufwechsel vom Besitzer möglich. So ist es von MOA vorgesehen und auch in der Bedienungsanleitung beschrieben. Während eines Wettkampfes ist dies jedoch nicht zu empfehlen, da hierzu ein stabiler Schraubstock mit grossflächigen Schutzbacken gehört. Durch das hohe Korn muss trotz Passstift anschliessend die Waffe speziell bezügl. seitliche Treffpunktlage neu eingeschossen werden.

Ersatzläufe müssen direkt beim Kauf der Waffe geordert werden. Bei einem Nachkauf muss zumindest das Verschlussgehäuse dem Hersteller vorliegen (Lauf wird auf Anschlag eingeschraubt und mit Passstift gesichert).

Leider sind die Lieferzeiten so lange, dass einige Leute schon die Bezeichnung „Production“ bezweifeln. Man spricht von 20 Monaten und mehr. Die Produktionszahlen sind nicht gerade hoch, denn die ersten MOA`s tauchten 1987 auf und erst 1990 wurde die Serien-Nr. 1000 erreicht.

Die Konstruktion ist recht einfach und stabil. In einem schlanken Verschlussgehäuse aus einer Stahllegierung bewegt sich vertikal der Verschlussblock (BxTxH=18x12x30 mm) in einem 44 mm tiefen Schacht. Von vorne ist mit einem englischen ca.25mm dicken und 11mm langen Gewinde der Lauf eingeschraubt. Der offene Hammer macht einen Weg von rund 30 mm über 90 Grad.

Geladen wird von hinten bei gespanntem Hahn. Die Sicherung ist genial einfach: Der Hammer ist zu kurz, um den Zündstift im Block zu erreichen und schlägt beim Auslösen oben gegen die Verschlusshülse. Vor dem Abfeuern wird deshalb ein gefederter Bolzen von unten zwischen Hammer und Zündstift geschwenkt. So kann die Schlagenergie übertragen und das Zündhütchen gezündet werden. Es sieht zwar seltsam aus, wenn mit gespanntem Hahn geladen wird, aber es ist völlig ungefährlich!

Der Verschlussblock wird durch Vorschwenken des Griffbügels nach unten weggefahren. Dies sieht aus, wie das Laden eines Winchester-Unterhebel-Repetierers. Sobald der Block unter dem Patronen-Lager verschwunden ist, fährt der Auszieher nach hinten und kippt kurz vor der Endstellung ab, um randlose Hülsen freizugeben.

Hier sitzt das Problem vieler Blockverschlüsse. Stimmt das Timing nicht, zieht der Auszieher zu spät aus und kippt zu früh ab. So kann es passieren, dass die Hülse nur 1-2mm ausgezogen wird und im zylindrischen Hals hängenbleibt. Dem begegnet MOA seit neuestem durch leicht konische Halslager.

Bei Hülsen, deren Körper fast zylidrisch sind, hilft dies auch nicht viel. Besser ist es, Randhülsen wie z.B. die 7x49R GJW zu verwenden, und darauf zu achten, dass das Timing ohne viel Toleranz stimmt. Ein optimal eingestellter Auszieher macht einen Hub von rund 4 mm. So fallen auch nur schwach konische Hülsen von selber heraus.

Abhilfe? Wenn die MOA unter “Production“ eingesetzt ist, wird es schwierig. Änderungen sind hier offiziell nur am Abzug gestattet. Reparaturen jedoch sind erlaubt.

Nur - so einfach ist es nicht. Es muss geringfügig Material an der hochbelasteten Nocke des Öffnungsbügels angebracht werden. Besser ist es, sich einen neuen Hebel vom Hersteller zu besorgen, der an dieser Stelle genügend Material aufweist. Einpassen sollte dies jedoch ein Fachmann.

Sonst ist die MOA für US-Verhältnisse gut verarbeitet. Natürlich sind Gussspuren sichtbar. Der Abzug löst trocken bei 1-1,2kg aus. Ein Nachpolieren zur Verringerung bis ca. 500g ist zwar möglich, sollte jedoch an einem Ersatzabzug (2 Teile) geübt werden, da die Raste winzig ist.

Originalgriffe und Vorderschaft sind aus einfachem Nussbaumholz; wer`s schöner oder kleiner (für Damenhände) mag, wende sich an den Griffmacher A. Hable in Reutlingen.

Das hohe Korn ist etwas stossgefährdet, auch wird es teilweise original schon schief ausgeliefert. Nacharbeiten ist nicht nur verboten, sondern meist unsinnig, da die Kimme für Huhn und Schwein fast am unteren Anschlag steht. Das Korn ist jedoch ein billiges Ersatzteil, das nur von Imbusschrauben gehalten wird. Seit neuestem ist auf Wunsch auch ein Korn mit Tunnel vom Hersteller erhältlich.

Das jetzt verwendete BoMar-Visier gehört zum Besten, was derzeit angeboten wird. Ein Klick entspricht in 100 Meter recht gleichmässig 1,7cm Treffpunktverschiebung.

 

Zusammenfassung: Die MOA ist eine sehr gute, preiswerte Production-Pistole, sofern man nur selten das Kaliber wechselt. Allerdings sollte man eine Saison einplanen, um Fertigungsfehler zu korrigieren und die komplexe Handhabung zu lernen.

MOA hat leider noch keine offizielle Vertretung in Europa.

 

WAFFEN - CHARAKTERISTIK

 Hersteller:  MOA, Richard Mertz, Ohio
 Typ  Maximum
 Kaliber:  7x49 GJW
 Waffennummer:  1026
 Verschluss-System  Fallblock
 Lauflänge  269 mm    ( 10,6 in.)
 Abzugsgewicht  ca. 1300 g
 Visierlänge:  247 mm ; 100m-Faktor: 405
 Visierlinie über Laufseele  29 mm
 Kimmenbreite:      2,9 mm ; Kornbreite:  3,3 mm
 Gewicht          1753 g

 

1 Klick entspr. in 100m:  1,7 mm
Huhn-Einstellung:            5  Klicks GegenUhrzeiger
Schwein-Einstellung: 0  Klicks GegenUhrzeiger
Truthahn-Einstellung: 3  Klicks GegenUhrzeiger
Widder-Einstellung: 10  Klicks GegenUhrzeiger

 

Munition:    7 GJW 
Hülse: Thun / Schweiz
Geschoss:   162 grains  Sierra 1930 (Matchking)

Pulver:

27,5 grains  Kemira N 135

V0:

600 m/s

E200:

1340 Joules

Momentum 200:

1.19  (508 m/s)